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TOTER TOP-GENERAL: Iran schwört blutige Rache an USA

Nach der gezielten Tötung des iranischen Elite-Generals Kassem Soleimani durch die USA im Irak steht die Region am Rand einer gefährlichen militärischen Konfrontation. Die Führung in Teheran kündigte am Freitag Vergeltung für den Tod Soleimanis an, der großen Einfluss auf die Politik im Iran, aber auch in Nachbarländern wie dem Irak hatte. Der libanesische Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah schwor ebenfalls Rache. Bagdad warnte vor einem "zerstörerischen Krieg" im Irak, der Westen rief eindringlich zur Deeskalation auf.  Soleimani war in der Nacht zum Freitag bei einem von US-Präsident Donald Trump befohlenen Raketenangriff auf einen Fahrzeugkonvoi unweit des Flughafens von Bagdad getötet worden. Mindestens neun Menschen wurden bei dem Angriff getötet, darunter auch der irakische Milizenführer Abu Mehdi al-Muhandis, die Nummer zwei der pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Milizen. Ein US-Verteidigungsvertreter in der irakischen Hauptstadt sagte, der "Präzisionsangriff" sei mit einer Drohne ausgeführt worden. Trump habe die Tötung Soleimanis als "defensive" Maßnahme zum Schutz von US-Personal im Ausland angeordnet, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Soleimanis für Auslandseinsätze zuständigen Al-Kuds-Brigaden seien für den Tod hunderter US-Soldaten sowie Mitglieder der mit den USA verbündeten Streitkräfte verantwortlich. US-Außenminister Mike Pompeo beteuerte nach dem Angriff, seine Regierung sei nun um "Deeskalation" bemüht. Dem Sender CNN sagte er, mit der Tötung Soleimanis habe ein "bevorstehender Angriff" verhindert werden sollen. Er wollte sich aber nicht näher dazu äußern. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei drohte den "Verbrechern", die für den Tod Soleimanis verantwortlich seien, mit "schwerer Vergeltung". Der iranische Präsident Hassan Ruhani kündigte an, sein Land und die "freien Nationen der Region" würden sich an den USA rächen. Für Freitag wurde eine Sondersitzung des obersten nationalen Sicherheitsrats einberufen. In Teheran demonstrierten zehntausende Iraner gegen die USA. Auch in anderen iranischen Städten kam es zu Protesten. Der 62-jährige Soleimani war eine Figur mit nicht nur großer militärischer, sondern auch politischer Macht. Bei der Ausweitung des iranischen Einflusses im Nahen Osten und der Golfregion spielte er eine zentrale Rolle. So war er sogar an den Gesprächen zur irakischen Regierungsbildung beteiligt. Sowohl Soleimani als auch den ebenfalls getöteten Milizenführer al-Muhandis hatten die USA mit Sanktionen belegt. Beide sollen am Samstag beigesetzt werden. Im Iran galt eine dreitägige Staatstrauer. Die irakische Regierung warnte vor einer verheerenden militärischen Eskalation. Der Angriff werde "einen zerstörerischen Krieg im Irak auslösen", erklärte der geschäftsführende irakische Regierungschef Adel Abdel Mahdi. Der oberste schiitische Geistliche des Irak, Großayatollah Ali al-Sistani, sprach von einer "unverhohlenen Verletzung der irakischen Souveränität". Präsident Barham Saleh rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Das Parlament wurde für Samstag zu einer Sondersitzung einberufen. Der einflussreiche irakische Schiitenführer Moktada al-Sadr rief seine vor gut einem Jahrzehnt offiziell aufgelöste Anti-US-Miliz wieder zum Kampf. Er forderte die Kämpfer seiner einst 60.000 Mann starken Mahdi-Armee auf, sich "bereit zu halten". Ein Kommandant der Hasched-al-Schaabi-Milizen rief seine Kämpfer ebenfalls in Alarmbereitschaft. Der libanesische Hisbollah-Führer Nasrallah erklärte, die "verbrecherischen Mörder" müssten eine "gerechte Bestrafung" erhalten.  Weltweit wuchs die Sorge vor einer Eskalation der Gewalt. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und China mahnten zur Zurückhaltung. Es komme nun darauf an, "mit Besonnenheit und Zurückhaltung zu einer Deeskalation beizutragen", sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Wegen der angespannten Lage blieben die im Zentralirak stationierten Bundeswehrsoldaten vorerst in ihren Stützpunkten, wie das  Verteidigungsministerium mitteilte. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu brach angesichts der Vergeltungsankündigungen seiner Erzfeinde, dem Iran und der Hisbollah, eine Auslandsreise ab. Er lobte Trump dafür, "schnell, kräftig und entschieden" gehandelt zu haben. Die USA hätten wie Israel das "Recht zur Selbstverteidigung".   Der WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg

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