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WECKRUF: Wutrede von Greta Thunberg beim UN-Klima-Gipfel

In einer hoch emotionalen Wutrede beim Klimagipfel in New York hat die Aktivistin Greta Thunberg den Staats- und Regierungschefs mangelnde Handlungsbereitschaft vorgeworfen. «Wie konntet Ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit Euren leeren Worten?», fragte die 16-jährige Schwedin am Montag in ihrer Rede mit Tränen in den Augen. «Wir werden Euch das nicht durchgehen lassen. (...) Die Welt wacht auf und es wird Veränderungen geben, ob Ihr es wollt oder nicht.» Im Publikum saß auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in ihrer späteren Rede sagte: «Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört.» Die CDU-Politikerin stellte in New York das Klimapaket der Bundesregierung vor, das von Aktivisten und Wissenschaftlern als zu unentschlossen kritisiert wird. Sie traf Thunberg schon vor Gipfelbeginn zu einem kurzen Gespräch. 70 Länder erklärten sich beim Gipfel zu neuen, konkreten Anstrengungen gegen die Erderwärmung bereit. 66 von 193 Mitgliedern der Vereinten Nationen verpflichteten sich, bis 2050 klimaneutral zu werden, also unter dem Strich keine Treibhausgase mehr zu produzieren. Auch Deutschland zählt zu diesen Ländern. 102 Städte, zehn Regionen und 93 Konzerne schlossen sich diesem Ziel an. Weiteres starkes Signal: Russland trat am Montag per Regierungsverfügung dem Klimaschutzabkommen von Paris offiziell bei. Unklar blieb aber, wie die Regierung den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 reduzieren will. Die Rohstoffgroßmacht, die vor allem von ihren Gas- und Ölressourcen lebt, gehört zu Ländern mit dem höchsten Ausstoß von Kohlendioxid. Überraschend nahm auch US-Präsident Donald Trump an dem Gipfel teil. Er kam aber zu spät und verpasste Thunbergs Rede. Und er blieb auch nur wenige Minuten, weil er zu einer Parallelveranstaltung zu religiöser Freiheit musste, zu der er selbst eingeladen hatte. Trump gilt als mächtigster Bremser beim Kampf gegen den Klimawandel. Nach seinem Amtsantritt hatte er den Ausstieg aus dem zentralen Pariser UN-Klimaabkommen verkündet - und das als Staatschef des Landes mit dem zweithöchsten Ausstoß von klimaschädlichen Gasen. Thunberg warf den Politikern vor, sie seien immer noch nicht reif genug zu sagen, wie ernst die Lage sei. «Wie könnt Ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weiter macht wie bislang - und mit ein paar technischen Lösungsansätzen?», fragte sie. «Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens und alles, worüber Ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum.» Thunberg ist die Initiatorin der Jugendbewegung «Fridays for Future», die vergangene Woche weltweit Millionen Menschen zu einem Klima-Streik auf die Straße gebracht hat. Zusammen mit 15 weiteren Kindern und Jugendlichen aus zwölf Ländern reichte sie am Montag eine Beschwerde beim Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen ein. Darin werfen sie den UN-Mitgliedsstaaten vor, nicht genug gegen den Klimawandel zu unternehmen und damit gegen die vor 30 Jahre verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention zu verstoßen. Merkel gehörte bei dem Gipfel zu den ersten Rednern. «Die Industriestaaten sind die Verursacher dieser Erderwärmung», sagte sie. Die Entwicklungsländer seien dagegen die Hauptleidtragenden. «Deshalb haben wir als Vertreter der Industrieländer die Pflicht, Innovation, Technologie und Geld einzusetzen, um die Wege zu ebnen, um die Erderwärmung zu stoppen.» In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen. Danke für Eurer Verständnis - das WELT-Team Der WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg

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